Arbeit in der Moderne: Ein dialogue imaginaire zwischen Karl by Thomas Geisen

By Thomas Geisen

Moderne Gesellschaften sind Arbeitsgesellschaften. Menschliche Arbeit nimmt hier eine abstrakte shape an, die Karl Marx als Arbeitskraft bezeichnet. Entscheidend ist nicht mehr die Tätigkeit an sich, sondern die Frage, in welchem Umfang menschliche Arbeitskraft verausgabt worden ist. Dies ist die Voraussetzung dafür, dass Arbeit in der modernen Gesellschaft zu einer Ware wie jede andere werden konnte. Für Hannah Arendt hat Marx mit dieser Charakterisierung von Arbeit als Arbeitskraft die moderne Gesellschaft auf den Begriff gebracht. Ihre Kritik an Marx richtet sich vor allem auf seinen Versuch, die Fülle menschlicher Tätigkeiten auf Arbeit zu reduzieren. Im Gegensatz dazu unterscheidet Arendt das Arbeiten vom Herstellen und Handeln als verschiedene menschliche Grundtätigkeiten. Diese folgen unterschiedlichen Prinzipien und führen zu verschiedenen Resultaten. Ausgehend vom Unterschied im jeweiligen Verständnis von Arbeit setzt dieses Buch zu einem discussion imaginaire zwischen Karl Marx und Hannah Arendt an und fragt nach der Handlungsfähigkeit von Menschen in einer auf Arbeit zentrierten Gesellschaft.

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Politisch beschreibt und legitimiert Aristoteles also nicht bloß die Unterordnung von Menschen als Sklaven in der antiken Gesellschaft. Er beschreibt zugleich einen soziologischen Sachverhalt, aufgrund dessen der Mensch Sklave seiner selbst ist, seines Lebens, sobald er nicht in der Lage ist, sich Zwecke außerhalb der bloßen Lebenstätigkeit zu setzen. Der Sklave ist demnach nicht bloß unfrei, weil er sich im Besitz eines anderen befindet, für dessen Bedürfnisse er tätig sein muss. Er ist auch unfrei, weil er nicht über einen eigenen, freien Willen verfügt, weil er vollständig in die Notwendigkeiten zum Erhalt des menschlichen Lebens eingebunden ist, in diesem Falle sowohl seines eigenen als auch dem Leben anderer.

1 Arbeitsauffassungen in der Antike Einen wichtigen Ausgangspunkt für die Entwicklung des modernen Arbeitsbegriffs stellen die Arbeitsauffassungen der antiken Gesellschaften dar, die in der europäischen Renaissance im 16. Jahrhundert zu einem Referenzpunkt für die weiteren Entwicklungen wurden. Zu dem neu entstehenden, umfassenden Arbeitsbegriff der Moderne gibt es in der Antike allerdings noch kein entsprechendes Äquivalent. Hier wurden vielmehr die verschiedenen Tätigkeiten des Menschen sorgsam unterschieden und voneinander getrennt.

Die „Sklaven von Natur“ und die Haustiere „verhelfen uns zur Befriedigung der leiblichen Bedürfnisse“ (ebd. ). Die Privilegierung der Nicht-Arbeitenden, derjenigen also, die aufgrund ihres Wohlstandes nicht selbst arbeiten mussten, die hierzu über Sklaven und sonstige Haushaltsangehörige, vor allem über die Tätigkeit von Frauen, verfügen konnten, zeigte sich demnach politisch in der besonderen gesellschaftlichen Stellung als Bürger. Bürgerstatus und Arbeit schlossen sich gegenseitig aus, das heißt, dass diejenigen die arbeiten mussten, um ihr Leben zu fristen, unter den Bürgern und in den politischen Versammlungen keine Stimme hatten.

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